Beratung für Prävention und Gesundheit - Ab jetzt bewusst gesund!
Stefanie Gunkel - Gesundheitsmanagerin

Stress, was ist das eigentlich und warum wird der Stress heute für alles verantwortlich gemacht? 

Diese Frage stelle ich mir des Öfteren, wenn es wieder heißt „der Stress ist schuld“. Ja, irgendwer muss ja der Schuldige sein, wenn es mit der gesundheitlichen Situation bergab geht. Und da der Mensch eher selten einsichtig ist und bei sich selbst anfängt wird der Schuldige dann schnell gefunden. Der Stress!  

Nun beginnt die Adventszeit und der vorweihnachtliche Stress geht wieder los. Geschenke kaufen, Weihnachtsfeiern und Co stehen an. Aber ist das gesundheitsschädlich?  

Dass der Stress in der heutigen Gesellschaft eine große Rolle spielt möchte ich gar nicht abstreiten. Wir haben eine schnelllebige Welt in der wir uns alle abhetzen, von Termin zu Termin springen, heute in New York sind, morgen in Berlin und übermorgen in Tokyo. Die Globalisierung, das Internet und die heutige Technik (wie Smartphones und Co) sind ein Segen und Fluch zugleich. 

Mit dem folgenden Wissen möchte ich etwas dazu beitragen, vor allem die Frage zu beantworten, warum wir heutzutage so ein großes Problem mit dem Stress haben, und warum unsere Vorfahren (laut Krankheitszahlen) besser damit umgehen konnten.  

 


Dafür müssen wir erst mal die Frage klären, was ist Stress überhaupt und was dabei mit dem Körper passiert.  

Treten Stresssituationen im Leben auf, stellt sich immer die Frage, ist dieser Stress annehmbar und zu bewältigen?  

Bin ich mit der Situation überfordert, kann ich diese nicht annehmen oder bewältigen („Ich schaffe das nicht“, „Ich kann das nicht“), handelt es sich um negativen Stress. Bei diesem negativen Stress kommt es zur Adrenalin- und dauerhaft zur Cortisolausschüttung (diese ist vielen von der mittlerweile hochdiskutierten Nebennierenschwäche, als Folge davon, bekannt). Somit jeden Stress als schuldig zu betiteln ist nicht korrekt. Denn wer Spaß an seinem Job hat, und für wen der Alltagsstress (Kinder, Arbeit, Freizeit) zu bewältigen ist, für den wird dieser Stress geringe bis sehr wenige gesundheitliche Auswirkungen haben. Um zu verdeutlichen, wie der Stress am Ende verantwortlich für ein gesundheitliches Desaster gemacht werden kann, sollte man sich genauer mit den gesundheitlichen Ressourcen befassen.  

Zu diesen Ressourcen zählen unter anderem ein gutes Selbstwertgefühl, ein gutes Kohärenzgefühl, eine gute Resilienz (psychosoziale Kompetenzen), eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichend Entspannung, Schlaf und Auszeiten für den eigenen Körper und Bewegung.  

In der Prävention geht man davon aus, dass sich der Körper stets auf einem Kontinuum zwischen Gesundheit und Krankheit bewegt. Der Punkt, an dem man sich im Leben auf diesem Kontinuum befindet, entsteht immer aus einem Zusammenspiel der oben genannten Ressourcen und der körperlichen und seelischen Gesundheit.  

Als Beispiel kann man jede beliebige Person in einem mittleren Alter nehmen (in der die Burn Out raten ziemlich hoch sind). Eventuell hat diese Person sich die letzten Jahre nicht wirklich achtsam ernährt, auf Grund von Karriere, Kind und Haus bauen war einfach keine Zeit dafür. Zeit für Sport und Entspannung ist deshalb auch nie gewesen. Jahrelang hat der Körper seine Energiereserven abgebaut (bei jeder Erkältung noch ein Antibiotika, ein bisschen Cortison bei verschiedenen Entzündungen). Als Krönung kommt plötzlich eine sehr belastende Lebensphase dazu (eine Lebenskrise, Tod von Angehörigen, Pflege von Angehörigen, Scheidung, negativer dauerhafter Stress auf Arbeit etc.). Natürlich haben wir hier als scheinbaren Hauptfaktor den Stress, aber der hat das Fass letztendlich nur zum Überlaufen gebracht, ist aber nicht der alleinige Schuldige. Schuld ist das Vernachlässigen des eigenen Körpers über Jahre hinweg. Würden wir mit unserem Körper so umgehen wie mit unseren Autos, hätten wir definitiv nicht unsere aktuellen Krankheitszahlen (besonders im Bereich der psychischen Erkrankungen).  

Egal ob Angehörige, Freunde, Ärzte, Medien oder wir selbst. Leider hängen wir uns zu oft daran auf, dass der Stress (hier ist meist der alltägliche Stress aus dem Umfeld gemeint) an allem Schuld ist, begeben uns in die Opferrolle und sagen wir können nichts dagegen tun. Die Empfehlung liegt dann bei der Stressreduktion, welche aber durchaus umfangreicher ist, als nur den scheinbaren Stress aus dem Umfeld zu reduzieren.  

Wir können durchaus mehr tun. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass uns gut ausgebaute Ressourcen stressresistenter machen. Wir können Stress im Leben nicht verhindern, aber wir können dagegen gewappnet sein.  

Was haben wir nun für Möglichkeiten, die Ressourcen zu stärken?

Bewegung ist so wichtig, da sie Adrenalin abbaut (das Hormon, welches bei Stress ausgeschüttet wird). Das ist ein ganz normaler Prozess aus Urzeiten, denn ursprünglich sind wir bei Gefahren geflüchtet und das Adrenalin hat uns dabei geholfen. Heute bewegen wir uns leider viel zu wenig und dieses nicht abgebaute Adrenalin stresst den Körper sowohl auf psychischer als auch physischer Ebene.  

Beim Punkt Bewegung lebten unsere Vorfahren noch anders. Unsere Großeltern haben die Wut und das Adrenalin auf dem Feld, beim Kuchen backen (nein, damals gab es noch keinen Thermomix ;-)) und anderen Betätigungen rausgelassen, sind viel mehr Wege zu Fuß gelaufen (nein, nicht jeder hatte ein Auto und Fahrstühle und Rolltreppen waren eine Seltenheit ;-)) und hatten lange nicht so viele Haushaltshelfer wie wir (Waschmaschine, Spülmaschine, Saugroboter usw.). Klar gab es zu dieser Zeit auch schon psychische Erkrankungen aber nicht in der Masse, wie sie heute auftreten.  

Mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren ist gar nicht so schwer. Die bekannten Regeln, Treppe statt Fahrstuhl, zu Fuß statt mit dem Auto (wenn es kurze Wege sind) und den Spaziergang in der Mittagspause, kennt fast jeder. Die Umsetzung liegt allerdings an Ihnen. 

Entspannung hilft ebenso beim Adrenalinabbau und schüttet Glückshormone aus. Nehmen Sie sich regelmäßig Auszeiten und tun Sie Ihrem Körper etwas Gutes. Das kann ein Saunabesuch sein, ein Kinoabend, ein Treffen mit der besten Freundin, ein Wellnesswochenende oder einfach 15 Minuten am Tag alleine für sich selbst bewusst wahrnehmen. Auch eine Medienauszeit kann Ihnen und der Familie gut tun. Und das sind nur wenige Beispiele.  

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung unterstützt Magen, Leber, Nieren und Darm, in dem sie Stressfaktoren (wie den Abbau von Zusatzstoffen und Co) reduziert und den Körper mit lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Außerdem bekämpfen Obst und Gemüse (in denen viele Antioxidantien enthalten sind) freie Radikale, die durch Stress entstehen.  

Und zu guter Letzt können wir unsere psychosozialen Kompetenzen stärken. Den eigenen Körper besser wahrnehmen, Signale erkennen und vermeintlich stressige Situationen im Kopf anders zu bewerten, kann man lernen. Das ist ein lebenslanger Prozess, der Ihre Gesundheit aber umfangreich unterstützt. Hiebei können Coachings und/oder Psychologen unterstützen aber auch die Literatur bietet hier unzählige Möglichkeiten. 

Denken Sie immer daran, auch ungünstige Hormonverhältnisse, chronische Entzündungen, Allergien, Unverträglichkeiten und andere Erkrankungen stressen den Körper. Dabei ist es wichtig, die Ursache zu erkennen und zu versuchen, die Krankheit zu beseitigen. Hier können Heilpraktiker eine große Hilfe sein.  

Stress ist nicht immer nur der, der in unserem alltäglichen Umfeld entsteht, sondern er ist weitaus vielseitiger.  

Wenn Sie also Spaß an Weihnachtsfeiern haben, gerne Geschenke kaufen, Plätzchen backen und die Zeit mit der Familie genießen, kann der vorweihnachtliche „Stress“ etwas positives für den Körper sein. Merken Sie aber, dass er für Sie so nicht annehmbar und zu bewältigen ist, dann ändern Sie was. Geschenke kann man schon im Laufe des Jahres besorgen und sammeln, Weihnachtsfeiern sind keine Pflicht und Plätzchen müssen nicht zwingend selbstgebacken werden (Fragen Sie Angehörige oder Freunde, die Spaß dran haben, diese können eventuell welche mitbacken). Das Leben und Probleme sind dazu da Lösungen zu finden. Und wenn eine Lebensphase mal keine Lösung bietet, stärken Sie am besten vorher Ihre Ressourcen.  

Bei Fragen können Sie mich gerne kontaktieren. Bleiben Sie ganzheitlich gesund.